Graphic Novel: Terminologie

Liest Du gerade eine Graphic Novel im Unterricht? Zum Beispiel Persepolis von Marjane Satrapi oder auch Maus von Art Spiegelmann sind bekannte Werke dieses Genres. Auf dieser Seite findest Du zusammengefasst die formalen Besonderheiten einer Graphic Novel - die sind wichtig für die Analyse und speziell für Paper 2.
Fachterminologie
Die nachstehenden Begriffe sind zum Teil schwierig zu übersetzen, aus diesem Grund werden viele von ihnen im Deutschen direkt aus dem Englischen übernommen.
Panel
In der grafischen Kunst des Comics und Cartoons bezeichnet der Ausdruck Panel das gerahmte Einzelbild in einer Sequenz von mehreren Bildern.
Splash
Ein Splash-Panel ist ein Panel, das sich über eine ganze Seite bzw. einen sehr großen Teil einer Seite erstreckt und somit eine besondere Wirkung auf den Leser ausübt. Wenn es sogar über die Seite hinausläuft, wird es als „Bleed“ bezeichnet.
Border
Die Begrenzung bzw. der Rand eines bestimmten Panels. Manchmal haben Panels keinen klar definierten Rand. In diesen Fällen sagt man, dass das Panel entweder in ein anderes Panel oder einfach in einen zeitlich bzw. räumlich unbegrenzten leeren Raum „ausblutet“ („bleed“).
Voice over
Der Erzähler hat die Möglichkeit, direkt zum Leser zu sprechen, indem er ein "voice over" benutzt. In der Regel wird innerhalb eines Panels oben oder unten ein durchgehend schwarzer Strich gezogen, der die Erzählerrede vom Bild trennt.
Caption
Ein mit Text gefülltes Kästchen oder Rechteck, das dazu dient, eine Erzählung zu vermitteln, den Schauplatz bzw. die Situation festzulegen oder die inneren Gedanken einer Figur wiederzugeben.
Speech bubble
Die Sprechblase kennt sicher jeder Leser als ein Grundelement des Comics. In der Sprechblase finden wir die direkte Rede der Charaktere. Wenn die Sprechblasen eine wolkige Form haben, lesen wir die Gedanken der Figur. Gezackte Linien bedeuten, dass die Figur laut spricht bzw. schreit. Die Verbindungslinie von der Figur zur Sprechblase wird als „Pointer“ bzw. „Schweif“ bezeichnet.
Emanata
Dieser Begriff beschreibt jene gezeichneten Elemente im Comic, die ein Autor nutzt, um die Emotionen seiner Charaktere zu zeigen. Zum Beispiel dicke Kullertränen, Schweißtropfen, dicke Fragezeichen oder ähnliches.
Gutter
Dieser Begriff bezeichnet die Zwischenräume zwischen den Panels. Leser neigen in der Regel dazu, diesen "Leerraum" mit eigenen Gedanken zur Handlung zu füllen, ein Prozess, der im Englischen "closure" genannt wird.
Graphic Weight
Beschreibt, wie stark ein Element oder Bild die Aufmerksamkeit bzw. den Blick der Betrachtenden auf sich zieht. Es kann den visuellen Schwerpunkt eines Panels festlegen, visuelle Spannung erzeugen und den Verlauf der Erzählung lenken.
Foreground
Die visuelle Ebene, die den Betrachtenden am nächsten ist. Wenn ein Motiv im vorderen Bereich der dargestellten Szene liegt, befindet es sich im Vordergrund.
Midground
Die zentrale visuelle Ebene eines Panels, die zwischen dem Vordergrund (am nächsten zu den Betrachtenden) und dem Hintergrund (am weitesten entfernt) liegt.
Background
Die visuelle Ebene, die am weitesten von den Betrachtenden entfernt ist (HIntergrund).
Camera angle
Der Begriff stammt aus der Filmsprache und bezeichnet die Position der Betrachtenden im Verhältnis zum dargestellten Motiv, beispielsweise eine Nahaufnahme oder eine Vogelperspektive (Kameraperspektive)